Hier erklären wir vereinfacht anhand einer Akuten Beschwerde wie in einer homöopathischen Behandlung vorgegangen wird.
Ein Fallbeispiel aus Wilhelm Busch’s Max und Moritz
Wer kennt sie nicht, die Geschichten mit Max und Moritz von Wilhelm Busch. In der Geschichten von Meister Böck spielen die Lausbuben Max und Moritz dem Schneider einen üblen Streich. Sie provozieren den Schneidermeister mit dem Ziel, Meister Böck über die kleine Holzbrücke zu locken die sie vorher angesägt haben.
„Max und Moritz, gar nicht träge,
Sägen heimlich mit der Säge,
Ritzeratze! voller Tücke,
In die Brücke eine Lücke.“
Von den Lausbuben verärgert verfolgt dieser die beiden über die Brücke. Diese Kracht ein und Meister Böck stürzt in den kalten Bach, aus dem ihn zwei Wildgänse unfreiwillig herausziehen. Bis der Meister Böck zu Hause ist, überkommen ihn schreckliche Bauchkrämpfe. Meister Böck leidet vor sich hin und versucht alles Mögliche um seine Schmerzen zu lindern.
„Wie denn Böck von der Geschichte
Auch das Magendrücken kriegte.“
Zum Glück hat seine Frau ein gutes Gespür und wärmt ihrem armen Mann den Bauch. Zugegeben eine Bettflasche hätte es vielleicht auch getan, aber die Tatsache, dass ihm die Wärme hilft genügt für unser Beispiel.
„Hoch ist hier Frau Böck zu preisen!
Denn ein heißes Bügeleisen,
Auf den kalten Leib gebracht, hat es wiedergutgemacht.
Bald im Dorf hinauf, hinunter
Hieß es: Böck ist wieder munter.
Das Ähnlichkeits-Prinzip
Wir nehmen an, dass Herr Böck zu einem Homöopathen geht. Der Homöopath hört sich die Geschichte an, notiert alle Symptome und Befindlichkeiten. Er lässt sich die schmerzende Stelle genau zeigen, untersucht ihn und stellt fest, dass Herr Böck zwar vom Bauch spricht, es wird aber auf Grund der Untersuchung klar, dass er Unterleibsschmerzen hat. Seine Notizen sehen folgendermassen aus.
- krampfartige Unterleibsschmerzen (Schmerzqualität und Lokalisation)
- Wärme, zusammenkrümmen und druck auf auf den Unterbauch, bessert (Modalitäten)
- Folgen von Ärger und Zorn. Der Patient ist in der Praxis nicht wütend über den Vorfall. (Causa)
Der Auslöser ist die Tatsache, dass sich Herr Böck fürchterlich über diesen Streich Ärgert, was ihm, wie man im Volksmund sagt, auf den Magen schlägt. Dies wird in der Homöopathie als wichtiger Hinweise für das passende Arzneimittel gewertet. Wir suchen also ein Mittel, das bei einem gesunden Menschen die oben erwähnten Symptome mit den Modalitäten und dem Auslöser, Folgen von Ärger und Zorn macht.
All diese Informationen werden nun ausgewertet, mit Hilfe eines Repertoriums. Diese Tätigkeit nennt man repertorieren.
Colocynthis ist das Arzneimittel mit der genauesten Übereinstimmung mit den Beschwerden von Herr Böck, und somit das Mittel der Wahl welches ihm Linderung verschafft.
Repertorisation mit einem Computerprogramm
Mit dem Repertorium wird das Beschwerdebild so vollständig wie möglich abgebildet. In der Homöopathie ist es immer das Ziel die Dynamik der Krankheit möglichst genau zu erfassen.
- Auslöser? (Causa)
- Gemütslage? (Veränderung im Gemütsbereich)
- Wo? (Lokalisation)
- Wie ist der Schmerz? (Qualität)
- Was bessert oder verschlechtert den Schmerz? (Modalitäten)
- Wann? (zeitlicher Zusammenhang)
- Was noch? (Begleitsymptome, Seitenbezug, weitere auffällige Erscheinungen)

